Mehr Bürgerbeteiligung wagen

In der Rathausfrage

Die alte Ortsmitte ist für viele Ruster Bürgerinnen und Bürger Heimat, und das soll auch so bleiben. Dafür ist es grundsätzlich notwendig, den Straßenbereich Neues Rathaus bis zum Alte Waage-Platz ansprechender und fußgängerfreundlicher zu gestalten, die Nahversorgung sicherzustellen und die Gebäudesanierung - wie mit dem geplanten Landessanierungsprogramm in Aussicht gestellt - zu fördern.

Ein wichtiger Identifikationspunkt in der Ortsmitte ist das 1972 erbaute Neue Rathaus in der Fischerstraße. In den letzten Jahren wurde über die Zukunft des Gebäudes engagiert diskutiert. Rust ist in den letzten 30 Jahren erheblich gewachsen. In der Folge stiegen die Anforderungen an die Verwaltung in gleichem Umfang. Heute reichen die Räume in der Fischerstr. 51 nicht mehr aus, um alle Dienstleistungen im notwendigen sicheren und vertraulichen Rahmen anzubieten. Zugleich stehen dringende Sanierungsarbeiten an. Ein Aufzug fehlt, sodass ältere Menschen, Gehbehinderte oder Familien mit Kinderwägen keinen vernünftigen Zugang haben.

Kurzfristig ist allerdings weder eine umfassende Sanierung, noch ein Neubau möglich. Mit dem Bürger- und Kulturhaus wird in den nächsten Jahren ein Großprojekt in Angriff genommen, das die Ressourcen der Gemeinde auf Jahre bindet. Mein Vorschlag für das Verfahren lautet daher:

  1. Zwischenlösung am Standort Fischerstraße: Eine kostengünstige Erweiterung des bestehenden Rathauses durch eine kleine Anbaulösung muss geprüft werden. Hierbei muss auch ein Aufzug berücksichtigt werden, da bisher die Barrierefreiheit des Gebäudes nicht gewährleistet ist.
  2. Nach Abschluss des Bürger- und Kulturhauses werden drei Variantenstudien erstellt:
    a) Sanierung mit Anbau am bestehenden Standort Fischerstr. 51
    b) Neubau am bestehenden Standort Fischerstr. 51, mit ausreichenden Parkierungsflächen und einer neuen Platzgestaltung Richtung Straße
    c) Neubau im Bereich östliche Erweiterung und Umnutzung des bestehenden Gebäudes.

Die Varianten werden in einem intensiven Bürgerbeteiligungsverfahren mit der Bürgerschaft diskutiert, um die bevorzugte Variante herauszuarbeiten.

In der Sportplatzfrage

Das Sport- und Erholungszentrum der Gemeinde am Allmendsee erfreut sich hoher Akzeptanz und Beliebtheit. Es ist ein viel genutzter Erholungs- und Rückzugsort.

Konflikte wie in vielen anderen Gemeinden - etwa zwischen Sport und Wohnen - sind weitgehend nicht vorhanden. In den letzten Jahren wurde durch den Bau des Naturzentrums, des Klimawandelgartens, des Falkenhofes und des Ausbaus der Tennisanlagen der Standort gestärkt. Im Bereich des Sportplatzes stehen notwendige Verbesserungen noch aus. Das Straßenfest auf dem Festplatz gehört zu den großen kulturellen Ereignissen im Gemeindeleben.

Im neuen Flächennutzungsplan ist mittlerweile ein neues Sportgelände im Bereich östliche Erweiterung ausgewiesen. Eine Umlegung des Geländes muss im Hinblick auf die entstehenden Kosten und auf die Funktion des Areals gründlich abgewogen werden. Mein Vorschlag für das Verfahren lautet daher:

  1. Bis auf weiteres sollte der bestehenden Sport- und Freizeitstandort erhalten bleiben und seine Funktionsfähigkeit sichergestellt werden.
  2. Die Verkehrssituation am Tipi-Dorf muss gemeinsam mit dem Europa-Park entschärft und eine Lösung für das Parkplatzproblem auf dem Festplatz gefunden werden.
  3. Eine Umlegung des Geländes darf nur in enger Abstimmung mit den betroffenen Vereinen und der Bürgerschaft geschehen. Am Ende des Prozesses muss ein klares Votum stehen, damit die Vereine Planungssicherheit haben.
  4. Die Qualität des Naturzentrums und des gesamten Bereiches Klimawandelgarten, Naturzentrum und Allmendsee darf grundsätzlich nicht in Frage gestellt werden.
  5. Das Straßenfest muss erhalten bleiben.